Kataloge
Die Suche nach Literatur (Monografien, monografische Reihen, AV-Medien usw.) im Katalog einer Institution liefert die Treffer, die in einer Bibliothek vor Ort in den Beständen zu finden ist. Sie verraten uns den Standort, die Signatur und wie die gefundene Publikation verfügbar bzw. bestellbar ist. Katalogdaten werden von Bibliothekaren hergestellt, die Publikationen zuverlässig beschlagworten und klassifizieren. Daher ist es auch sinnvoll, sich für die thematische Recherche über normierte Sucheinstiege zu informieren:
Recherchieren Sie etwa zu Ihren Suchbegriffen die genormten Schlagworte der Gemeinsamen Normdatei GND (GND Online). Diese Datenbank gibt Ihnen durch deren hierarchischen Aufbau auch Anregungen, die Suchbegriffe gegebenenfalls zu spezifizieren oder bei Bedarf zu verallgemeinern.
Auch die üblichen Bibliotheksklassifikationen können Ihnen helfen, Ihr Thema klarer zu umgrenzen. Sammeln Sie die dazugehörigen Notationen. Sie können Ihnen später einen alternativen Sucheinstieg zur Schlagwortsuche bieten. Hilfreich sind hier die gröbere strukturierte Basisklassifikation (BK) oder aber auch die vor allem in den geisteswissenschaftlichen Bereichen detailliertere Regensburger Verbundklassifikation (RVK).
Kataloge stehen in einer breiten Auswahl zur Verfügung – historisch als Band-, Zettelkataloge oder auch retrodigitalisierte Image-Kataloge (z. B. Kat-Zoom), aktuell als OPACs oder Bibliotheks-Suchmaschinen. Unbedingt zu beachten ist der jeweilige Berichtszeitraum: Während historische Kataloge (auch wenn sie retrodigitalisiert virtuell zur Verfügung stehen) einen Zeitraum bis zu einem gewissen Zeitpunkt abbilden, sind in die aktuellen fortlaufenden Bibliotheks-OPACs oder -Suchmaschinen oft zwar die neuen Ressourcen ab einem gewissen Zeitpunkt, aber ältere Daten früherer Katalogisierungssysteme noch nicht vollständig eingepflegt. Obwohl die meisten großen Bibliotheken in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ihre analogen Bestandsnachweise in ihre elektronische Recherchewerkzeuge eingepflegt haben, kann sich speziell bei Recherchethemen, zu denen bereits vor der elektronischen Katalogisierung eine große Zahl an Literatur erschienen ist, ein Blick in die alten Katalogangebote einer Institution weiterhin lohnen.
Für eine umfassende Literaturrecherche ist es außerdem sinnvoll, nicht nur im Bestand einer Bibliothek zu recherchieren, sondern die Bestände mehrerer Bibliotheken zu durchsuchen. Mithilfe von Verbundkatalogen bzw. virtuellen Katalogen, Metakatalogen und -suchmaschinen können Suchbegriffe parallel in mehreren Einrichtungen abgefragt werden, ohne dass jeder einzelne Rechcherchezugang separat aufgerufen werden muss. Aber auch diesbezüglich ist zu beachten, dass mitunter weniger Suchoptionen oder Filtermöglichkeiten zur Verfügung stehen als bei der direkten Recherche in den einzelnen Bibliothekskatalogen; nicht garantiert ist zudem, dass der gesamte Bestand einer Bibliothek bereits eingearbeitet ist. Je nach Thema oder Disziplin müssen zusätzlich die Erscheinungszeiträume beachtet werden: Besonders im naturwissenschaftlichen oder medizinischen Bereich können Publikationen, die älter als fünf bis zehn Jahre sind, bereits veraltet und vollkommen überholt sein.
Bei der Recherche in Katalogen ist ebenso zu überlegen, ob man nur an der sofort verfügbaren Literatur jener Bibliothek interessiert ist, von der man die Ressourcen entlehnen möchte, oder auch an jener, die eventuell erst aus einer anderen Institution über Fernleihe oder Document Delivery beschafft werden muss. Diese Entscheidung kann erheblichen Einfluss auf den Zeit- wie auch den Kostenfaktor haben!
Beispiele für übergreifende Kataloge neben der Vielzahl an Institutionenkatalogen sind etwa:
- Österreich: Suchmaschine des Österreichischen Bibliothekenverbundes
- Deutschland: Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV)
- Schweiz: Netzwerk von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz (NEBIS)
- Metakatalog: Karlsruher virtueller Katalog (KVK)